Interview mit Jannis Maus

Rückblickend auf die Saison 2017, wie zufrieden bist Du mit Dir und Deinen Leistungen und was waren für Dich die Highlights?

National könnte ich natürlich nicht zufriedener sein! Der nun 4. Deutsche Meistertitel bedeutet für mich sehr viel, da er mir persönlich zeigt, dass ich, nach dem Wechsel vom klassischen Raceboard letzten Jahres auf das Foilboard dieses Jahr, alles richtig gemacht habe und auch da schon ganz vorne mitfahren kann.

Die Masters-Tour hat mir super viel Spaß gemacht. Obwohl ich auch ein, zwei kleinere Niederlagen hinnehmen musste, bin ich vor allem mit meiner Entwicklung auf dem Foil super zufrieden!

Meine Highlights lagen dieses Jahr aber auch außerhalb Deutschlands: Der erste internationale Wettkampf in San Francisco war etwas, das man nicht vergisst… Unglaublich anspruchsvolle Bedingungen mit böigen, ablandigen Winden auf der einen Seite und der Golden Gate Bridge, riesigen Tankern, zum nebenher kiten und Walen sowie Seelöwen auf der anderen Seite.

 

 Du bist nun im Team von Schwerelosigkite. Wie kam es dazu? 


Die Zusammenarbeit ist sogar mehr oder weniger zufällig entstanden!

Auf dem Levitaz/Flysurfer Roadtrip entlang der amerikanischen Westküste, viele haben es als „We are trippin“ verfolgen können, war auch Jana Schader -selbst Teamfahrerin für Schwerelosigkite- mit dabei. Ohne, dass ich davon überhaupt etwas mitbekommen habe, hat sie ein gutes Wort beim Chef für mich eingelegt, und so wurde ich nach einem sehr tollen Gespräch beim Worldcup auf Fehmarn in die Familie aufgenommen!

 

Hast Du vor, Dir eine neue Kiteausrüstung zuzulegen? Vielmehr, gibt es neue Sachen auf dem Markt, die Dich besonders interessieren?



Ich muss sagen, dass ich mit meinem Material super zufrieden bin!

Der neue Sonic Race von Flysurfer gehört zu den schnellsten Kites auf dem Markt und wird auch international von vielen Fahrern genutzt. Genauso, wie die Flügel von Levitaz, auf die ich mich in allen Bedingungen verlassen kann. Natürlich gibt es immer Potential zur Weiterentwicklung und Verbesserung. Da bin ich allerdings froh, super nah an meinen beiden Sponsoren dran zu sein und bei der Entwicklung mitwirken zu können. Die neuen Prototypen, die wir vor ein paar Wochen auf Sardinien getestet haben, gehen ab wie ein Zäpfchen!

 Was machst Du jetzt in der kalten Jahreszeit? Erholst Du Dich und gönnst Dir mal eine Auszeit vom Kiten?

Ein ganz klares nein!
Ich bin als Norddeutscher an kalte Temperaturen gewöhnt und habe auch gar kein großes Verlangen, irgendwie auf Kiten zu verzichten! Solange das Thermometer an der Küste nicht unter 0°C anzeigt, bin ich eigentlich immer auf dem Wasser. Gute Neoprenschuhe, ein dicker Wetsuit und ab dafür!

Diesen Winter wird es mich aber vielleicht auch nach Tarifa treiben, sofern die Universität es erlaubt. Außerdem liegt in den kommenden Semesterferien noch etwas Besonderes an: Ich darf im März an der wunderbaren Soma Bay einer großen Crew der Fluggesellschaft Condor das Foilen etwas näherbringen. Das wird bestimmt zusätzlich sehr interessant!!!

Und sollte es neben dem Chemiestudium hier in Deutschland mal nicht zum Kiten reichen (wird ja jetzt auch immer ziemlich früh dunkel) habe ich immer noch Handball als Ausgleichssportart… Also Langeweile sollte auf jeden Fall nicht aufkommen.

 

Wie sehen Deine Ziele für die Saison 2018 aus? Weißt Du schon, wo Du mitfahren möchtest? Vielleicht auch außerhalb Deutschlands?



Nächste Saison liegt mein Fokus darauf, so viele internationale Wettkämpfe wie möglich mitzufahren.
Nachdem ich im Sommersemester meine Bachelorarbeit geschrieben haben werde, plane ich ein paar freie Monate, die ich auf jeden Fall für Wettkämpfe nutze.Dieses Jahr bin ich ja schon ein paar Stopps der Hydrofoil Pro Tour und des Gold Cups mitgefahren, das möchte ich auf jeden Fall noch ausbauen und mein eigenes Level steigern.

Wettkämpfe machen mir einfach so viel Spaß, dass ich mir derzeit nicht vorstellen kann, jemals damit aufzuhören.
Meine Ziele für nächstes Jahr sind auf jeden Fall eine sichere Top-10 Position im internationalen Feld, und natürlich die Verteidigung des Deutschen Meistertitels!