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Big Air bei den Multivan Kitesurf Masters

Aktualisiert: 24. Nov. 2021


Vermutlich war es eine der meistgestellten Fragen bei den Multivan Kitesurf Masters in St. Peter-Ording im August diesen Jahres: Warum macht ihr eigentlich kein Big Air? - Bei den Masters 2018 war der „CONDOR Big Air Contest“ eines der Highlights des Events. Extra hierfür hatten sich noch einmal zahlreiche Rider zusätzlich angemeldet und boten eine sensationelle Show.


Big Air entwickelt sich immer mehr zum führenden Format im Expression-Bereich. Aktuell startet in Kapstadt (Südafrika) der „Red Bull King of the Air“ und mit der "Big Air Kite League“ gibt es sogar eine komplette Internationale Serie extra für dieses spektakuläre Format. Für Zuschauer und Medien sind die spektakulären Flüge faszinierender als die technisch anspruchsvollen Tricks im Freestyle. Die Faszination des Kitens liegt für die meisten Aktiven und Zuschauer in dem scheinbar schwerelosen Fliegen. Selbst innerhalb des Freestyles gab es immer wieder die Frage, ob und wie viele Big Air Moves bei der Wertung berücksichtigt werden könnten.


Die einfache und gleichzeitig faszinierende Wettkampfform beim Big Air zieht zudem immer stärker das Interesse der Industrie auf sich. So war es nur eine Frage der Zeit, bis immer mehr Kiter, vor allem aber die Kite-Hersteller den Wunsch äußerten, dass bei den Multivan Kitesurf Masters doch bitte zukünftig Big Air Teil des Disziplinen-Portfolios sein soll.


Dies liegt sicherlich auch daran, dass sich Freestyle in eine kleine aber feine Nische entwickelt hat. Das Niveau der Aktiven - auch auf nationaler Ebene - ist hoch. Die Moves sind allerdings so kompliziert und speziell geworden, dass es für Neueinsteiger schwierig ist, überhaupt an das Wettkampfniveau Anschluss zu finden. Noch gravierender ist aber, dass die Manöver nur von Experten nachvollziehbar und bewertbar sind. Für normale Zuschauer, die keine Kite-Experten sind, und die Medien erschließt sich die Schwierigkeit nur teilweise. Grundsätzlich ist die Einstiegshürde für Big Air sogar niedriger als für Freestyle. Denn diese hohen Sprünge sind das, was die meisten Kiter sowieso bei ausreichendem Wind machen, und was sie so am Kiten fasziniert. Man kann sich hier also Stück für Stück an ein höheres Niveau herantasten.


Die Kitesurf Masters stehen vor der Herausforderung, mehrere Disziplinen bei einer Regatta abdecken zu müssen. Racing, Slalom und Freestyle überschneiden sich in einem großen Windbereich. Das lässt sich im Rahmen einer Veranstaltung kaum so koordinieren, dass alle Teilnehmer glücklich werden. Big Air setzt aber erst bei stärkerem Wind an, sodass sich dieses Format auch einfacher in die Gesamtveranstaltung integrieren lässt. Durch das optimierte Disziplinen-Portfolio werden die Multivan Kitesurf Masters den Interessen von allen Teilnehmern und der Industrie zukünftig besser gerecht.


Viele Freestyler haben bei den Multivan Kitesurf Masters auch im Kite-Slalom oder sogar im Racing teilgenommen und werden zukünftig auch im Big Air antreten. Insofern wird niemandem das Zuhause genommen. Jeder Fahrer ist weiterhin bei den Multivan Kitesurf Masters willkommen. Nur das Format und der Fokus der Bewertung im Expression-Bereich ändert sich etwas.


Beim Multivan Kitesurf Masters Finale vom 17. bis zum 21. August 2022 in St. Peter-Ording ist Big Air fix angesetzt. Bei fünf Wettkampftagen stehen die Chancen in SPO gut, dass die Bedingungen zumindest an einem Tag für Big Air ausreichen. Das hat dann natürlich Priorität. Bei den anderen Tourstopps vom 26. bis zum 29. Mai in Ahlbeck/Usedom und vom 04. bis zum 07. August in Heiligenhafen ist Big Air als Standby-Disziplin angesetzt. Das bedeutet, man kann sich als reiner Big Air Kiter schon zu den Kitesurf Masters Contests anmelden, muss aber noch kein Meldegeld zahlen. Auf Basis der Windvorhersage wird dann kurz vor Veranstaltungsbeginn entschieden, ob „Big Air Alarm“ gegeben wird. Dann machen sich alle Big Air Kiter auf den Weg und können bei guten Bedingungen ihren spektakulären Contest austragen. Wenn die Prognosen keine geeigneten Bedingungen für Big Air versprechen, konzentrieren sich die Multivan Kitesurf Masters an dem Tourstopp voll auf die Disziplinen Racing und Kite-Slalom.



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